Bericht SkyNews 04/26

Sanierung der Hauptpiste des EuroAirport

Nun ist es soweit: zwischen dem 15. April und dem 21. Mai 2026 wird der Mittelteil der Hauptpiste 15/33 (3’900 Meter) vollständig gesperrt sein. Die Querpiste 07/25 steht für Starts und  für Landungen im Prinzip zwar zur Verfügung, allerdings erlaubt die verfügbare Länge von 1’715 Metern nur Bewegungen für kleinere Flugzeuge mit guten Kurzstart-Eigenschaften. Doch davon später.

Im Sommer 1986 wurde dieser Pistenabschnitt bereits teilsaniert; man wandte damals ein Konzept an, bei welchem einzelne schadhafte Stellen im Beton ersetzt wurden, und zwar jeweils nach Einsetzen des Nachtflugverbots: Pro Nacht wurde bei einer sanierungsbedürftigen Stelle eine Platte ausgeschnitten, aufgebrochen, ausgehoben und das entstandene Loch mit einer Stahlplatte zugedeckt. In der Phase/Nacht 2 wurde dann eine neue Betonplatte, (nach Wiederentfernung der Stahlplatte!) gegossen. So war man immer auf zwei Baustellen aktiv – die eine Platte wurde ausgehoben, und die in der vorhergehenden Nacht ausgehobene Stelle wurde wieder betoniert. Was sich in der Theorie ziemlich einfach anhört, war jedoch ziemlich kompliziert und einem genauen Zeit-Management unterworfen. Der Beton konnte nur im Werk des ziemlich weit entfernten Lieferanten speziell aufbereitet und auf dem kürzesten Weg (als Konvoi) zur Baustelle transportiert werden. Der gesamte Vorgang (Beton zusammenstellen, mischen und zum Flughafen transportieren) konnte erst dann gestartet werden, wenn die Baustelle für das Betonieren wirklich bereit war. Der Beton musste zudem mit Chemikalien angereichert sein, um eine schnelle Bindung zu gewährleisten; diese Dosierung wurde jede Nacht entsprechend der herrschenden Temperatur neu bestimmt. So konnte die Baustelle rechtzeitig zu Ende des Nachtlandeverbots (damals noch um 4 Uhr morgens) wieder in Betrieb genommen werden. Die nächtlichen Zeitfenster waren also äusserst knapp, und da durfte nichts schiefgehen!

Diesen Frühling ist nun dieser zentrale Teil der Piste wiederum fällig. Dabei wird jedoch die gesamte Fläche etappenweise vollständig erneuert werden, was eine Schliessung der Piste um 6 Wochen bedingt. Warum aber wendet man nicht mehr dieselbe Methode wie damals an und könnte die Piste dabei im Betrieb belassen?

Zum einen würden sich diese Arbeiten auf eine Dauer von ca. 5 Jahren ausweiten, was weder operationell noch finanziell zu schultern wäre. In den kalten Wintermonaten wären die nächtlichen Betonierungsarbeiten aufgrund der Kälte erschwert gewesen und hätten Verspätungen mit sich gezogen. Auch hätte dieses Vorhaben aufgrund der resultierenden jahrelang andauernden nächtlichen Lärmemissionen keine Chance auf eine Baubewilligung.  Zum anderen muss auch anerkannt werden, dass die damalige Reparatur ein Flickwerk war, weil der Pistenabschnitt nicht als Ganzes saniert werden konnte. Weder der Unterboden («Koffer»), noch die elektrischen Leitungen, noch die Wasserabflüsse und -Drainagen und auch nicht die in der Pistenmitte (Centerline) versenkten Pistenleuchten würden einen fachgerechten Ersatz erlauben. Die Schliessung während dieser sechs Wochen, welche auch eine Zeitreserve beinhaltet, ist sicherlich das kleinere Übel, und dafür wird die Hauptpiste anschliessend optimal für viele Jahre saniert sein!

Die Querpiste 07/25 steht wie eingangs erwähnt grundsätzlich weiterhin zur Verfügung. Aber: die Einsätze werden jedoch an eine starke Abhängigkeit von den meteorologischen Bedingungen geknüpft sein: Die Piste 25 hat kein Instrumenten-Landesystem (ILS), und die «Tailwind»-Einschränkungen (maximal 3 Knoten Rückenwind) werden ebenfalls ihre Auswirkungen zeitigen. Die Easyjet trainiert bereits seit längerer Zeit die angepassten An- und Abflugverfahren für die Querpiste, und mit ihrer Basis auf dem EAP kann sie operationell bedeutend flexibler sein als auswärtige Carriers. Sie wird die Piste 07/25 nicht als einzige Airline nutzen; auch die WizzAir wird einzelne Flüge durchzuführen versuchen. Denn die Einschränkungen der Passagierkapazität («Payload Restrictions») werden bei den meisten Flügen ein Thema sein.

Der einzige wirkliche Vorteil der temporären Pistenschliessung wird sein, dass während dieser ziemlich passagierfreien Zeit der Flughafen die Gelegenheit ergreifen kann, in den grossen Hallen sowie bei verschiedenen Gates umfassende Renovations- und Erneuerungsarbeiten durchzuführen – mit «richtigen» Baustellen ohne Behinderungen!

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